Scheich Ibrahim, Bruder Jihad

Deutschland 2011

83 Minuten | FSK nicht geprüft (ab 18 Jahren freigegeben)

 

Zwei Leben für die Religion und ein Bekenntnis zu gegenseitiger Toleranz. In Damaskus ruft Scheich Ibrahim zum Gebet in die Moschee, in den Bergen der syrischen Wüste liest Bruder Jihad die Morgenmesse. Der Film portraitiert zwei syrische Geistliche im Kontext ihrer Religionen: Scheich Ibrahim ist Mitglied des moslemischen Sufiordens Naqschibandi-Haqqani Damaskus, Bruder Jihad ist Priester und Mönch und lebt im syrisch-katholischen Kloster Deir Mar Musa. Der ruhige, preisgekrönte Dokumentarfilm verzichtet auf jeglichen Kommentar und folgt dem Alltag der beiden Protagonisten, die eine langjährige Freundschaft miteinander verbindet, die von großem Respekt vor dem Glauben und der Religion des Anderen zeugt.

Hintergrund: Das Kloster Deir Mar Musa al-Habaschi
im Antilibanon Gebirge am Rand der syrischen Wüste, wurde vor rund 1500 Jahren von Moses von Abessinien gegründet, im 19. Jahrhundert aufgegeben und in den 1980er-Jahren vom Jesuitenpater Paolo dall‘Oglio als Begegnungsstätte der Religionen unter dem Schutz der syrisch-katholischen Kirche wieder aufgebaut. Die Lehre der Sufis beruht auf der persönlichen Annäherung und Verschmelzung mit Allah. Bereits im 7. Jahrhundert  predigten erste Sufi-Meister einen asketischen Lebensweg und eine mystische Auseinandersetzung mit Allah. Die ersten Sufi-Orden bildeten sich dann im 12. Jahrhundert. Sie basieren nicht auf einer klösterlichen Organisation, sondern ihre Mitglieder finden sich in Moscheen und Gebetsräumen zu Gebet und Tanz zusammen. Naqschibandi-Haqqani wurde im 14. Jahrhundert in Usbekistan gegründet. 

Deutschland 2011 | R,B+K: Andres Rump