17. Kino auf der Burg vom 28. Juli bis 8. August 2009

Nachdem sich der Sommer 2009 bis Ende Juli äußerst launisch gezeigt hatte, hatten wir uns innerlich bereits auf eine weitere wetterbedingte Zitterpartie eingestellt. Und dann bescherte uns ein willkommenes Hoch zu Beginn des Sony Ericsson Kino auf der Burg warmes und trockenes Wetter. Leider ging diesem Hoch am 2. August die Luft aus, worunter das Hörspiel am Nachmittag, das wir in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Provinzbuch und dem SWR aufführten und das großartige Drama DER VORLESER zu leiden hatten. Wir konnten es - auch wenn es uns um jede einzelne Veranstaltung leid tut - gelassen nehmen, denn das nächste Hoch war im Anmarsch, ließ die Temperaturen weiter in die Höhe klettern und bescherte uns und unserem Publikum zu herrlichen Sommertagen die passenden milden Abende inklusive Vollmond! Leider hielt der Open-Air-Traum nur bis zum 7. August an. Zum Finale am Samstag goss es dann ab 20 Uhr wie aus Kübeln! 470 wackere Cineasten wagten sich trotzdem auf den Platz und amüsierten sich bei unserem sympathischen, griechischen Abschlussfilm KLEINE VERBRECHEN.
 

Um diesen Ort dürften uns die meisten anderen Veranstalter beneiden: Open-Air-Kino vor historischer Kulisse!

Entsprechend gut und - trotz des großen Andrangs an manchen Abenden - immer entspannt und fröhlich war die Stimmung bei unseren Besucher/innen. Ein herzliches Dankeschön ans Publikum und natürlich an unsere 130 ehrenamtlichen Helfer/innen, die richtig gefordert wurden, teils ungezählte Kilometer auf dem Platz zurücklegten und zu Filmbeginn das eine oder andere Mal völlig erschöpft und heiser waren. Die Mitglieder der meisten Bands waren ebenfalls im Glück, denn die Gäste kamen bereits ab 19 Uhr und so durften viele Bands vor vollen Rängen auftreten. 2009 wird ganz ohne Zweifel als besonders guter Jahrgang in die Annalen der Kino-auf-der-Burg-Geschichte eingehen. Obwohl wir zwei Termine weniger bespielten, konnten wir das letztjährige Ergebnis, das auch kein Schlechtes war, einstellen und können mit 21.000 Besucher/innen aufwarten.

 

Mit traditionellen und modernen Tänzen stimmten sie auf SLUMDOG MILLIONÄR ein

Was die Auswahl des (Film-)Programms anbetrifft, so zeigt sich - trotz unserer großen Erfahrung - immer erst im Nachhinein, ob die lebhaft diskutierten Entscheidungen im Vorfeld richtig waren. Dass WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS und SLUMDOG MILLIONÄR bei entsprechendem Wetter die „Renner“ 2009 werden würden, hatten wir geahnt. Der Andrang des Publikums – vor allem bei Danny Boyles „Oscar-Abräumer“ – hat uns dann aber doch im wahrsten Sinne des Wortes überwältigt und die Kapazität des großen Platzes (und vor allem der Damentoiletten) ganz entschieden gesprengt. In beiden Fällen mussten wir Besucher/innen wieder nach Hause schicken, was uns wirklich schwer fällt, auch wenn die große Nachfrage natürlich eine schöne Bestätigung unserer langjährigen harten Arbeit ist. Bei SLUMDOG MILLIONÄR haben wir sogar einen neuen Rekord aufgestellt. Bereits um 19.55 Uhr vermeldeten unsere flinken Kassiererinnen, dass sie die für die Abendkasse reservierten Tickets verkauft hatten. Und das werte Publikum wollte uns dies einfach nicht glauben und strömte weiter in Scharen an die Kassen… (s.u.) Der vielleicht stimmungsvollste Open-Air-Abend 2009 mit singenden, tanzenden und rundum bestens gelaunten Gästen war MAMMA MIA! am 7. August. Man hätte meinen können, die Besucher/innen hätten ihre Ankunft auf der Burg akribisch untereinander abgestimmt, so gleichmäßig kamen sie zwischen 19 bis 22 Uhr. Begeistert sind wir, dass unsere "Arthaus-Geheimtipps" so gut "zündeten": Ein voller Platz bei der zauberhaften französischen Tragikomödie C'EST LA VIE - SO SIND WIR, SO IST DAS LEBEN und der sehr gute Besuch des amerikanischen Independent-Films SUNSHINE CLEANING erfreute uns Programmkinomacher ganz besonders!
 

Überwältigend: Das Kino auf der Burg einmal mehr als Publikumsmagnet!

Seit drei Jahren zeigen wir an einem Abend einen Familienfilm mit diversen Angeboten für die jüngsten Open-Air-Fans. In diesem Jahr hatten wir uns – ein bisschen in Ermangelung anderer Filme - für die Animations-Komödie KUNG FU PANDA entschieden, waren über den Besuch von 700Leuten bei schönstem Wetter enttäuscht und müssen einräumen, dass diese Entscheidung schlicht falsch war. Ob es ein solches Angebot im nächsten Jahr wieder geben wird, werden wir noch viel mehr als bisher vom Filmangebot abhängig machen müssen.


An einem milden Sommerabend liegend bei Vollmond auf der Esslinger Burg einen schönen Film genießen! Was kann es Besseres geben?

Unterm Strich sind wir natürlich rundum zufrieden mit dem Ergebnis des Sony Ericsson Kino auf der Burg, ermöglicht uns dieser Kraftakt doch, die dringend notwendigen Reparatur- und Sanierungsarbeiten in unserem Kinofoyer in Angriff nehmen zu können und die eine oder andere Investition tätigen zu können, die unseren Haushalt in der Zukunft entlasten wird.

Fotos: Uta Rometsch & Jonas Müller
 
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